Als gelerne Hotel-Kommunikationsfachfrau EFZ (HOKO) liegen ihre beruflichen Wurzeln in der Schweizer Hotellerie. Für ihr erstes SHL-Praktikum entschied sie sich jedoch bewusst für einen Perspektivenwechsel: Als leidenschaftliche Foodie und neugierige Entdeckerin zog es sie nach Oslo in das Fine-Dining-Restaurant Savage, das mit einem MICHELIN-Stern ausgezeichnet ist.
Dort sammelt sie nicht nur wertvolle Praxiserfahrungen in der Spitzengastronomie, sondern gewinnt auch Einblicke in neue Arbeitsweisen, Teamstrukturen und eine andere Kultur. Ihr Praktikum in Norwegen zeigt, wie wertvoll es sein kann, die eigene Komfortzone zu verlassen und Neues auszuprobieren.
Da ich bereits Berufserfahrung in verschiedenen Hotels gesammelt hatte, hauptsächlich an der Rezeption, wollte ich in diesem Praktikum etwas Neues ausprobieren und meine Komfortzone verlassen. Da ich ein grosser Foodie bin, fiel mir die Entscheidung, ein Küchenpraktikum zu machen, also leicht. Ich fragte einige meiner Freunde, die als Köch:innen arbeiten, welche Cuisine und welche Länder sie empfehlen würden. Die Antwort, die ich am häufigsten erhielt, lautete: «die nordischen Länder».
Also begann ich, auf der Michelin-Guide-Website und anderen Online-Plattformen nach Restaurants zu suchen, die interessant aussehen und meine Werte teilen. Nach einiger Recherche stiess ich auf das Restaurant Savage in Oslo, Norwegen, das glücklicherweise meine Bewerbung annahm
Ich bin noch offen, in welche Richtung sich meine Karriere entwickeln wird. Mit diesem Praktikum hoffe ich, mehr Einblick in einen Bereich der Hotellerie zu gewinnen, den ich bisher noch nicht gut kenne. Für mich ist es wichtig, alle Abteilungen und die Menschen, die dort arbeiten, zu verstehen. Ich möchte lernen, wie unterschiedliche Restaurants geführt werden und was Mitarbeitende brauchen, um gute Arbeit leisten zu können.
Ich habe bereits eine Ausbildung zur Hotel-Kommunikationsfachfrau EFZ (HOKO) abgeschlossen und in verschiedenen Hotels in der Schweiz an der Rezeption gearbeitet. Dieses Praktikum war daher nicht meine erste Arbeitserfahrung, aber es war meine erste internationale.
Da ich bisher eher im Rooms Division tätig war und weniger im F&B-Bereich, gibt es viele Unterschiede. Der Arbeitsalltag und die Arbeitsweise sind ganz anders. An der Rezeption hatte ich immer einen Computer vor mir, mit allen Informationen, die ich brauchte. In der Küche arbeite ich jeden Tag mit frischen und wechselnden Produkten. Die Arbeit ist viel praktischer und handfester.
Im Restaurant Savage helfen die Köch:innen zudem beim Servieren und beim Ankündigen der Speisen für die Gäste. Ich freue mich, dass ich weiterhin Gästekontakt habe, auch wenn es natürlich weniger ist als an der Rezeption.
Ich hatte schon immer grossen Respekt vor Köch:innen, ihrer Arbeit und ihrem Wissen über Lebensmittel. Ich wollte bzw. will mehr über verschiedene Techniken und generell über Lebensmittel lernen. Ausserdem freute ich mich darauf, in einem anderen Land zu leben und mehr über eine neue Kultur zu erfahren.
Geniesse es – die Zeit vergeht unglaublich schnell :) Es gibt ein Zitat, das sagt: «If your dreams don’t scare you a little, they are not big enough.» Geniesse also dieses Gefühl, manchmal unsicher, neu oder ein wenig verloren zu sein. Dieses Gefühl geht vorbei, und du wirst so viel aus dieser Erfahrung mitnehmen.
In unserem Team herrscht eine sehr gute Atmosphäre. Wenn ich Fragen habe, kann ich sie jederzeit stellen, und jemand zeigt mir dann, wie etwas funktioniert und erklärt es mir. Gleichzeitig geben sie mir aber auch den Raum, Dinge selbst auszuprobieren. Ich finde, das ist eine gute Balance zwischen Unterstützung und Verantwortung.
Seit der Frühling in Oslo begonnen hat, gehen wir einmal pro Woche in den Wald, um Kräuter und Blumen für das Anrichten zu sammeln. Ich geniesse es sehr, draussen zu sein und zu lernen, welche Kräuter und Blumen wofür verwendet werden können.
Während dieses Praktikums bin ich selbstbewusster darin geworden, eigenständig zu arbeiten, und ich habe gelernt, wie wichtig Kommunikation und Teamarbeit in einer Küche sind. Die Art der Kommunikation unterscheidet sich deutlich von dem, was ich von der Rezeption gewohnt bin, insbesondere während stressiger Servicezeiten.
Ich habe auch viel über mich selbst gelernt. Ich habe ein besseres Verständnis dafür bekommen, wie ich unter Druck kommuniziere und wo meine persönlichen Grenzen liegen. Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse war wahrscheinlich, Feedback oder Fehler nicht zu persönlich zu nehmen.
Ich habe ziemlich hohe Erwartungen an mich selbst und möchte Dinge am liebsten gleich beim ersten Versuch perfekt machen. Während dieses Praktikums habe ich jedoch gelernt, dass Fehler ein natürlicher Teil des Lernprozesses sind. Wenn etwas schiefgeht, muss man daraus lernen, weitermachen und sich auf die nächste Aufgabe konzentrieren.
Praktikumslöhne sind in der Regel eher niedrig, daher ist die Unterstützung von Movetia* für mich entscheidend. Ich bin sehr dankbar, dass es diese Art von Förderung gibt, denn sie macht internationale Erfahrungen wie diese für Studierende überhaupt erst möglich.
*Die SHL Schweizerische Hotelfachschule Luzern kooperiert mit der Stiftung Movetia, welche Studierende während eines Praktikums im Ausland finanziell fördert.
In den letzten Monaten war ich für den Brotgang unseres Menüs verantwortlich. Das Brot ist ein fermentiertes Kartoffelbrot, das mit fermentiertem Honig, Olivenöl und Meersalz verfeinert wird. Dazu servieren wir eine Beilage aus geräuchertem Nori, Bärlauchöl, Løyrom und frittiertem Grünkohl.
Ich habe meine Aufgaben während der Vorbereitung selbst geplant und war während des Services für das Fertigstellen und Anrichten des Brots zuständig. Es hat sich richtig gut angefühlt, einen Gang von Anfang bis Ende eigenständig zu verantworten.